Campana Explorer Team - South Down Way England

Die Idee, eine Radtour zu zweit über eines der langen Wochenenden zu machen, kam von Torsten. Den South Down Way im Süden von England mit dem Rad zu erkunden, stand schon immer auf meiner Wunschliste, da mein Freund Andy dort wohnt und wir bereits seit 2000 viele Urlaube dort verbracht haben.

Planung:

In einem Gespräch mit Sven stellte sich heraus, dass er ein Buch über den South Down Way hat. Dieser 100 Meilen (160 km) lange Wander-/MTB Trail führt von Eastbourne nach Winchester. Unser Ziel, das Haus meines Freundes Andy in Bognor Regis, liegt nur wenige km südlich des Trails, so konnten wir ihn teilweise in unsere Tour integrieren. Alle lohnenswerten Orte, die wir bereits aus unseren Urlauben her kannten, haben wir als Wegpunkte eingesetzt und über Komoot die 199 km lange Strecke von Dover nach Bognor Regis als MTB-Tour eingegeben. In Calais wollten wir unser Auto am Hafen parken und als Radfahrer mit der Fähre übersetzen. Auf dem Hinweg zu Andy wollten wir im Landesinneren durch das High Weald und den SDW fahren. Die Rückfahrt sollte an der Küste entlanggehen, da mit Brighton, Eastbourne und den Kalkfelsen Seven Sisters weitere Sehenswürdigkeiten auf dem Plan standen.

Tag 1, Fronleichnam: Wermelskirchen – Calais (F) mit dem Auto. Dover – Battle (UK) mit dem Rad, 88 km:

Torsten holte mich um 3.15 Uhr ab, da wir die Fähre für 8.40 Uhr gebucht hatten und es 440 km bis zum Hafen in Calais sind. Wir waren zeitig durch die französische und englische Grenzkontrolle zum Einchecken bei P&O Ferries. Hier war man aber offensichtlich nicht auf Radfahrer, die ihr Auto im Hafengelände parken wollen, eingestellt. Es gab einige Unstimmigkeiten, zeitaufwändige Diskussionen und mehrfach erneutes Einchecken. Irgendwann dachten wir, gleich kommt Guido Cantz um die Ecke, aber letztendlich hat es doch noch geklappt. Nach der 90-minütigen Überfahrt in Dover angekommen, suchten wir unseren Trail. Dank Sven’s Garmin war das recht einfach. Allerdings waren die Wege nicht gepflegt, wir mussten unsere Räder oft tragen und Arme sowie Beine waren schnell durch Dornen zerkratzt. Bereits nach 34 km hatten wir den ersten Platten. In Folkestone ging’s wieder runter zur Küste und am Strand entlang ostwärts Richtung Dymchurch/Lydd/Camber Sands und Rye. Der starke Westwind machte uns zu schaffen, bis wir in Rye ins Landesinnere abbiegen konnten. Durchs High Weald  fuhren wir Richtung Battle, wo wir abends müde im Hotel The Bull Inn ankamen. Das Hotel hatten wir uns selbst im Ort gesucht und war nicht vorgebucht.

Tag 2, Freitag, 21. Juni 2019: Battle – Bognor Regis, 124 km:

Für den Weg nach Lewes hatten wir uns kleinere Straßen (B-Roads) ausgesucht. Nach circa 40 km stiegen wir dann in den South Down Way/Trail ein (https://www.nationaltrail.co.uk/south-downs-way). Hier erwarteten uns herrlich sanfte Hügel, grasende Schafe und oftmals Meerblick. Dieser Trail war, im Gegensatz zu den vorherigen, gepflegt und gut ausgeschildert. Er ist mit einem Hardtail gut zu fahren. Nach weiteren 30 km verließen wir den Trail kurz vor Amberley, um durch herrliche Wälder an der Küste entlang nach Arundel zu fahren. Nach 111 km gab es ein erstes Pint im Black Rabbit. Im Anschluss folgten noch 13 km über B-Roads nach Bognor Regis. Hier haben wir bei Andy übernachtet.

Tag 3, Samstag, 22. Juni 2019: Bognor Regis – Hastings, 109 km:

Der Weg nach Brighton führte uns über Littlehampton an der Küste entlang. Am weltbekannten Pier in Brighton haben wir natürlich einen Stopp eingelegt. Von Seaford ging’s über Trails an der Küste entlang zu den herrlichen Kalksteinfelsen Seven Sisters kurz vor Eastbourne. Nach kurzem Stopp an der Promenade in Eastbourne fuhren wir über B-Roads und Radwege weiter die Küste entlang nach Hastings, wo wir übernachteten.

Tag 4, Sonntag, 23. Juni: 2019 Hastings – Dover, 86 km:

Um 7 Uhr fing der Tag für Torsten mit einem Bad im Meer an. Nach dem letzten britischen Frühstück ging es mit den Bikes auf der National Cycle Route No 2 (https://www.sustrans.org.uk/ncn/map/route/route-2) hauptsächlich über Radwege, Feldwege und B-Roads entlang der Küste zurück zur Fähre. Das Einchecken in Dover klappte diesmal problemlos. Um 22.15 Uhr waren wir wieder in Wermelskirchen.

Fazit:

Es war eine sehr schöne Tour, auch weil wir mega Glück mit dem Wetter hatten. Viele Radwege und Trails waren allerdings schlecht gepflegt. Außerdem haben wir gelernt, dass Radfahrer in England nicht immer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden. Eine Empfehlung ist definitiv der South Downs Way von Eastbourne nach Winchester. Die 100 Meilen kann man über mehrere Etappen Wandern oder mit dem Rad fahren. Zu empfehlen ist ein MTB für den Rad Trip. Der Trail ist gut ausgeschildert und die Landschaft ist herrlich. Der nächste Rad Trip auf die Insel kommt bestimmt.

Torsten Vom Stein/Oliver Braun – im Juni 2019