Campana Explorer Team - Cambrian Mountains - Graveltour

Wie in den letzten beiden Jahren zieht es uns in die aufregende Landschaft der Cambrian Mountains in Mid Wales. Natürlich steht der Besuch unserer Tochter in Aberyswyth im Mittelpunkt der Reise. Hier können wir aber auch wunderbar Entspannen und uns Erholen. Dank der tollen Natur finden wir Ruhe und können prima Abschalten.

Graveltour über die Cambrian Mountains

Heute habe ich mir mit Hilfe der wirklich empfehlenswerten Komoot App eine Graveltour von Machynlleth (eine Kleinstadt in den walisischen Powys – am Defi Fluss gelegen) über die Cambrian Mountains zu den oberen Talsperren Nant-Y-Moch Reservoir und llyn Pendam nach Aberyswyth geplant. Bei gutem, trockenem Wetter und 10 °C führt mich die Strecke über eine asphaltierte, schmale Straße hinein in mein Abenteuer. Von Einrollen keine Spur, es geht stetig bergan und schon nach ein paar Kilometern verlasse ich die bewohnte Gegend im Hinterland von Machynlleth. Schnell geht die asphaltierte Straße in einen Briddleway über und mit Hilfe meines Garmins fahre ich rechts ab in die ersten Feldwege hinein. Vor mir breitet sich nun eine schöne Weidelandschaft mit Schafen und Kühen aus. Oftmals führt mich der Track über Wiesen und Felder, hier und da muss ich Gatter passieren und Zäune überwinden. Langsam aber sicher kurbel ich mich bergauf. Ab jetzt habe ich für die kommenden Stunden keinen Mobilfunk-Empfang und so vertraue ich voll und ganz meinem Garmin als Führer. Nach einer Stunde Fahrzeit wartet das erste echte Hindernis auf mich. Ich soll rechts abbiegen, sehe aber keinen Trail. Der Track führt nach oben, dem Berghang entgegen. Von nun an heißt es Schieben und Tragen, mein Puls klettert höher als beim Biken, denn es wird sehr steil. Dazu gesellt sich die Ungewissheit, ob ich überhaupt noch richtig bin. Ich folge weiter dem Track, was für eine Alternative habe ich auch sonst.

Atemberaubende Landschaft

Hier im Off bieten sich mir atemberaubende Ausblicke über die Täler, Wälder und Wiesenhänge. Nach 20 Minuten „Hike a Bike“ bin ich endlich oben angekommen. Von dem schmalen Wanderweg geht es nun in flaches Gelände über und für mich nach einer kleinen Snackpause auf mehr oder weniger gut befahrbaren Briddleways weiter. Die Wege sind teilweise matschig vom Regen und bei einigen Wiesenabfahrten geht mein Bike eher ins Rutschen über. In der Ferne kommt das Wasserreservoir in Sicht, zuvor muss ich aber allen Mut zusammen nehmen, da mich der Track zu einigen Bachdurchquerungen zwingt. Also mit Schwung da durch, was mir natürlich nasse Füße beschert. Und wer mich kennt, weiß, dass ich nasse Füße hasse. Dann passiere ich ein verfallenes Gebäude am Wegesrand, das sicher einmal einem Schäfer oder Ziegenhirten gehört hat. Von nun an wird der Trail etwas besser und ich komme wieder in einen schönen Fahrrhythmus, welcher mich zu meinem ersten Ziel, dem Nant-Y-Moch Reservoir im Herzen der Cambrian Mountains führt. Hier habe ich einen herrlichen Ausblick auf die Talsperre und einen grandiosen Weitblick!

Ein bisschen Smalltalk gehört auch dazu!

Der Briddleway geht in eine schmale Asphaltstraße über, die der Uferlinie folgt und mich zum Damm führt. Weiter geht‘s über die Mountain Road zum nächsten Zwischenziel hinunter nach Ponterwyd. Nach einer berauschenden Abfahrt geht es schon wieder hinauf zu meinem zweiten Ziel, dem Llyn Pedam. Diesmal führt mich der Track über eine asphaltierte, schmale Straße hinauf zu der sehenswerten Ansammlung kleiner Seen. Weit und breit ist kein Haus und kein menschliches Wesen zu sehen. Am MTB Trail Centre Nant yr Arian angekommen, lasse ich es mir nicht nehmen, eine kleine Runde über den mir bekannten Pendam Trail zu drehen. Hier treffe ich zum ersten Mal seit ein paar Stunden auf weitere Biker. Wie in Wales üblich, nehme ich mir kurz Zeit für Small Talks: „Wo kommst du denn her und wo willst du noch hin?“

Ein grandioses Gravelabenteuer

Dann nehme ich den letzten Teil meiner Tour in Angriff. Über einen Bergkamm geht es rasend schnell hinab Richtung Meer. Der weite Blick über die Wiesenhänge – rechts von mir ist der hoch gelegene Windpark zu sehen – ist atemberaubend und wunderschön. In der Ferne kann ich schon das Meer erkennen, dort befindet sich mein heutiges Ziel Aberyswyth. Nach mehr als 4 Stunden Fahrzeit, 1500 Höhenmetern und allem was ein Gravelabenteuer ausmacht, ist meine heutige Tour beendet. Das macht Lust auf mehr …